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IFK Wissenschaftspreis 2020 – Gütekriterien eines digitalen Instruments zur Detaildokumentation physiotherapeutischer Mobilitätsförderung mit älteren Menschen

Erster Preis Bachelorarbeiten Klinisch/Experimentell: Kai Keller und Johannes Soff, Hochschule für Gesundheit Bochum „Gütekriterien eines digitalen Instruments zur Detaildokumentation physiotherapeutischer Mobilitätsförderung mit älteren Menschen“.

 

 

 

Wie Kai Keller und Johannes Soff betonen, ist die Beschreibung der physiotherapeutischen, mobilitätsfördernden Interventionen bei geriatrischen Patienten unzureichend und stellt ein Versorgungsforschungsdefizit dar. Zur langfristigen Steigerung der Versorgungqualität und der Überprüfung einer bedarfsgerechten Versorgung wird jedoch eine Abbildung dieser Versorgungssituation benötigt.

 

 

 

 

Die Autoren entwickelten daher ein „Array for Geriatric Mobility Interventions“ (AGEMI), das im Rahmen der Studie als Instrument für die Darstellung der physiotherapeutischen Versorgung zur Mobilitätsverbesserung in der Geriatrie überprüft wurde. Das AGEMI ist ein in mehreren Phasen entwickeltes Protokoll, das bei der Darstellung der Versorgungsrealität vor allem für die strukturierte Beobachtung und Dokumentation von Einzelbehandlungen geeignet ist.

 

 

 

 

In einer mehrstufigen Validierungsstudie beobachteten Physiotherapeuten Videoaufnahmen simulierter Therapieeinheiten mit geriatrischen Patienten. Die behandelnden Physiotherapeuten erhielten die Anweisung, eine 30-minütige, befund- und patientenorientierte Behandlung mit dem Ziel der Mobilitätsförderung und Verbesserung der physischen Leistungsfähigkeit durchzuführen. Den gesehenen Therapieinhalt dokumentierten die Beobachter in Echtzeit mithilfe des AGEMI.

 

 

 

 

Die statistische Analyse zeigt, dass basierend auf den Studienergebnissen das AGEMI keine ausreichenden klinimetrischen Gütekriterien erreicht, um die Versorgungssituation geriatrischer Patienten gültig und zuverlässig zu beschreiben. Aufgrund der Ergebnisse dieser Studie lässt sich erkennen, dass weder geschulte Beobachter noch die Expertenbeobachter hochvariable, simulierte physiotherapeutische Interventionen zur Mobilitätsförderung reliabel, übereinstimmend und gültig mithilfe des AGEMI dokumentieren können. Trotz der ungenügenden klinimetrischen Gütekriterien des AGEMI liefert diese Studie wertvolle Hinweise zur Weiterentwicklung des Instruments.

 

 

 

 

Die Jury befand, dass Kai Keller und Johannes Soff in ihrer Bachelorarbeit mit dem Ansatz der objektiven Darstellung der physiotherapeutischen Versorgung ein wichtiges Thema verfolgt haben, das dazu beitragen kann, die Versorgungsqualität in der Physiotherapie langfristig zu steigern und die bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen. Wissenschaftlich handelt es sich um eine gut durchgeführte Arbeit, die durch ihre umfassende statistische Analyse und eine konsequente Methodik überzeugte.

 

 

 

 

Herzlichen Glückwunsch, Kai Keller und Johannes Soff!

 

 

 

 

 

Der physiotherapeutische Nachwuchs steht im Mittelpunkt: Bereits 16. Mal hat der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten herausragende wissenschaftliche Arbeiten von Studierenden prämiert. Die Serie „IFK-Wissenschaftspreis 2020“ stellt die Forschungsthemen der Preisträger vor. Die Arbeiten werden zudem ausführlicher in lockerer Reihenfolge im IFK-Fachmagazin physiotherapie veröffentlicht.

 

 

 

 

 

 

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