Report München: Bürokratie-Fallstricke in der Physiotherapie

In der ARD-Sendung Report München wird diesmal mit den Krankenkassen abgerechnet und die Problematik der Bürokratie für die Physiotherapie aufgezeigt. IFK-Mitglied Reinhard Schülke erläutert im Fernseh-Interview, welche Folgen selbst kleinste Rezeptfehler für die Leistungserbringer haben.

„Wir haben letztendlich das Problem, dass wir kein Geld dafür kriegen, obwohl wir den Patienten pflichtgemäß behandeln“, bringt es Reinhard Schülke auf den Punkt. Das IFK-Mitglied kennt die Belastung des bürokratischen Aufwands nur zu gut: „Zwischen 20 und 30 Prozent der Rezepte sind nicht in Ordnung.“ Werden kleinste Fehler im Rezept übersehen, hat der Therapeut das Nachsehen. Schülkes Frau, selbst auch Physiotherapeutin, kümmert sich aufgrund der komplizierten Abrechnungen mit den Krankenkassen nur noch um die Verwaltung der gemeinsamen Praxis.

„Für Leistungen, die auf Basis ungültiger Rezepte erbracht werden, besteht kein Vergütungsanspruch“, so lautet es dagegen lapidar im Schreiben des GKV-Spitzenverbands an Report München. Diese Rechtslage entscheidet über Millionenbeträge – die am Ende nicht an die Heilmittelerbringer ausgezahlt werden.

Dem Druck von IFK und den weiteren Verbänden des Spitzenverbands der Heilmittelverbände (SHV), dem leidigen Thema Rezeptkürzung endlich wirksam entgegenzuwirken, konnte sich die Politik nicht mehr länger verschließen: Ab Januar 2017 wird eine verpflichtende Arztsoftware eingeführt. Es ist zu erwarten, dass zumindest ein Großteil der Rezeptfehler damit ausgemerzt werden kann.

Den Beitrag von Report München können Sie hier anschauen:

Weitere Artikel

SHV nimmt Stellung zum Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen

2026 | 09.10. Der Spitzenverband der Heilmittelverbände hat gestern seine Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen veröffentlicht und in das parlamentarische Verfahren eingebracht. Mit dem Gesetz sollen die Digitalisierung des Gesundheitswesens weiterentwickelt, digitale Prozesse ausgebaut und der Austausch von Gesundheitsdaten verbessert werden.

Der elektronische Heilberufsausweis: Beantragung und Bestellung

2026 | 08.10. Da es sich bei der TI um ein geschlossenes Netz handelt, zu dem nur registrierte und authentifizierte Nutzer Zugang erhalten, müssen Sie sich als dafür berechtigte Person ausweisen. Dies geschieht mit dem eHBA, dem elektronischen Heilberufsausweis. Wie und wo Sie diesen beantragen, erfahren Sie in unserer heutigen Meldung aus der Reihe „TI: Schluss mit dem Aufschieben“.

K wie Kommunikation: Reden oder Schweigen bei der Praxisübergabe?

2026 | 06.10. Sie wollen innerhalb der kommende Jahre Ihre Physiotherapiepraxis auf- oder abgeben? Mit unserer Reihe „Praxisübergabe-ABC“ bekommen Sie einen ersten Überblick, welche Punkte Sie bei der Umsetzung und Planung beachten sollten. Heute: K wie Kommunikation. Reden und Schweigen – welches Schwermetall zu welcher Handlung passt, da scheiden sich die Geister. Doch was gilt beim Thema Praxisübergabe?