Risiko Altersarmut

Der Alterssicherungsbericht 2016 der Bundesregierung zeichnet ein düsteres Bild für zukünftige Rentner ohne zusätzliche Altersvorsorge. Besonders Geringverdiener und Frauen sieht die Politik in Gefahr, im Alter arm zu sein. Genau diese Risikofaktoren treffen für den Großteil der Physiotherapeuten zu. Rechtzeitige Weichenstellungen der Politik für eine bessere Vergütung sind daher umso wichtiger.

Für Berufe mit geringem Einkommen besteht ein erhebliches Risiko für Altersarmut. "Wird in diesem Einkommensbereich nicht zusätzlich für das Alter vorgesorgt, steigt das Risiko der Bedürftigkeit im Alter stark an", heißt es im Bericht der Bundesregierung. Darüber hinaus hat die Analyse deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen ermittelt. So hätten Männer ein Alterseinkommen von durchschnittlich 1.700 Euro netto, Frauen würden jedoch lediglich über 1.100 Euro verfügen.

Gerade in einem so geringvergüteten und von einem hohen Frauenanteil gekennzeichneten Beruf wie der Physiotherapie ist das Risiko, von Altersarmut betroffen zu sein, besonders hoch. Auch die Feststellung, dass fast die Hälfte der ehemals selbstständig Tätigen sogar nur über ein Nettoeinkommen von weniger als 1.000 Euro verfüge, ist für den IFK als Bundesverband der selbstständigen Physiotherapeuten alarmierend.

Vor diesem Hintergrund erhält die Forderung nach einer besseren Vergütung eine weitere Dimension. Um nicht im Alter in die Bedürftigkeit abzurutschen, müssen Physiotherapeuten zu Erwerbszeiten deutlich mehr verdienen – auch um überhaupt die Möglichkeit zu haben, eine zusätzliche private Altersvorsorge finanzieren zu können.

Das Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) soll nach jetzigem Stand zumindest für die nächsten drei Jahre die Grundlage bieten, Vergütungserhöhungen oberhalb der Grundlohnsumme zu verhandeln. Es ist höchste Zeit, der Physiotherapie eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

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